|
Dresdner Morgenpost, 18.12.06:
CFC verpasst himmelblauen Hattrick!
Rot-Weiß
Erfurt ostdeutscher Hallenmeister * Erster Dynamo-Auswärtssieg unter Meier -
aber nur Platz vier in Riesa!
RIESA - Der Chemnitzer FC hat den
himmelblauen Hattrick verpasst, unterlag im Finale des Oppacher
Super Regio Cups 2006 aber erst im
Neunmeterschießen dem FC Rot-Weiß Erfurt, der damit ostdeutscher
Hallenmeister wurde. Für Dynamo Dresden blieb am Ende nur der vierte Platz.
Vor 3800 Zuschauern - davon trotz des Boykotts der "Ultras" mehr
als zwei Drittel Dresdner Anhänger - gab Dynamo dabei in der erdgas arena sofort mächtig
Gas. Im Eröffnungsspiel schossen die Schwarz-Gelben den
Regionalliga-Konkurrenten Union Berlin mit 5:0 aus der Halle. Während auf der
Tribüne die 50 "eisernen" Fans bereits vorm Anpfiff Besuch von der
Polizei bekamen, feierten die Dresdner nach 33 Sekunden das 1:0 durch Alen Orman. Jan Koziak erhöhte per
Doppelschlag auf 3:0, Christian Hauser auf 4:0 und erneut Koziak
auf 5:0.
Trainer Norbert Meier konnte so doch noch den ersten "Auswärtssieg"
in diesem Jahr feiern...
Im zweiten Spiel der Gruppe A brachte es Union dann fertig, gegen die
Hertha-Bubis eine 4:0-Führung zu verschenken, kassierte vier Sekunden vor der
Schlusssirene das 4:4. Dynamo, das damit bereits im Halbfinale stand, war's
recht. Durch das 4:3 gegen Herthas Amateure (Tore: Linkert,
Dworrak/2, Orman) wurde
man dann sogar Gruppensieger, Union war damit draußen.
In der Gruppe B ging's enger zu - allerdings auch ruhiger. In den Partien
ohne Dynamo-Beteiligung war die Halle nicht nur halbleer, sondern auch
totenstill. Den Chemnitzer FC störte das zunächst nicht. Der Oberliga-Zweite
gewann gegen den 1. FC Magdeburg locker mit 4:1. Yakubu
Adamu, Marcel Schlosser, Borislav
Tomoski und David Sieber
trafen. Gegen Rot-Weiß Erfurt verloren die Himmelblauen jedoch kurz vor
Ultimo 3:4, mussten so im Halbfinale gegen Dynamo ran. Und dort brannte dann
richtig die Luft! Im giftigen "Sachsen-Derby" brachte Sieber den CFC in Front,
Michael Lerchl glich aus, Tomoski
erzielte das 1:2, bevor Markus Knackmuß Dynamo
wieder ranbrachte. Dem 1,67 Meter kleinen Reimund Linkert gelang dann per Kopf (!) das vermeintlich finale
3:2. Doch nach Fehler von Hauser kam Chemnitz in letzter Sekunde doch noch
durch Sieber zum 3:3 - Neunmeter-Schießen! Dort
versagten Orman die Nerven, während alle CFCer cool blieben - Dynamo raus, CFC
im Finale.
Im zweiten Halbfinale setzte sich Erfurt deutlich mit 5:1 gegen die
Jugendabteilung von Hertha durch. Die Berliner gewannen dafür das Spiel um
Platz 3 gegen Dynamo. Nach einem 2:2 zog die Meier-Truppe erneut vom Punkt
den Kürzeren - 0:2 im Neunmeterschießen.
Das Finale fand leider vor fast leeren Rängen statt: Nach einem 2:2 (CFC-Treffer: Thönelt, Tomoski) unterlagen die Himmelblauen im Neunmeterschießen
4:5 - Adamu und Sinaba
vergaben.
|
Dresdner Neueste
Nachrichten, 18.12.06: Dynamo scheitert vom Punkt
Riesa. Der Oppacher
Super Regio Cup bleibt für Dynamo Dresden scheinbar
unerreichbar. Hinter dem erstmals siegenden FC Rot-Weiß Erfurt, dem
Chemnitzer FC und den Hertha-Bubis belegten sie am Sonnabend vor 4000
Zuschauern in der Riesaer erdgas
arena den vierten Platz. Der 1. FC Union Berlin und
der 1. FC Magdeburg schieden in der Vorrunde aus. Zum besten Spieler wählten
die Journalisten Borislav Tomoski
(Chemnitz), als bester Torwart wurde Dresdens Oliver Herber geehrt. Nachdem
die Dynamos ein Jahr ausgesetzt hatten, starteten sie fulminant in ihr
Riesa-Comeback. Schon zur Halbzeit des Auftaktspiels gegen Union hatten drei
Mal Jan Koziak sowie Alen Orman
für eine 4:0-Führung gesorgt. Christian Hauser erzielte nach dem Wechsel das
fünfte Tor und Oliver Herber hielt mit tollen Paraden das "zu Null"
fest. "Hat Riesenspaß gemacht", so der Keeper nach dem Turnier, in
dem er erneut seine Klasse auf der Linie bewies und Tino Berbig
unter Druck setzte: "Ich habe den Kampf um die Nummer eins nie
aufgegeben." Nach einem sehenswerten 4:3 gegen die zweite Mannschaft von
Hertha BSC (Dynamo-Tore Linkert, zwei Mal Dworrak und Orman) traf Dresden
im Halbfinale auf "Hallen-Angstgegner" Chemnitz. Und erneut gab es
gegen die Himmelblauen keinen Erfolg, weil die Schwarz-Gelben dem sächsischen
Kontrahenten mit einfachen Fehlern entgegenkamen. Michael Lerchl
egalisierte Siebers 0:1, doch Tomoskis
30-Meter-Lupfer nach Fehler des in der Offensive als "Torwart"
agierenden Levente Csik war ebenso unnötig wie der
Ausgleich 40 Sekunden vor Schluss, als Hauser ein böser Fehlpass unterlief.
Dazwischen hatten Knackmuß und der kleine Reinhard Linkert mit einem Kopfballtor schon für Jubelstimmung
unter den 2500 akustisch klar dominierenden Dynamofans gesorgt. Die Gesänge
verstummten, als Orman im 9-Meter-Schießen nur die
Bande traf, während Herber gegen die Chemnitzer Schüsse nichts ausrichten
konnte. Ähnliches passierte im Spiel um Platz 3 - erneut gegen die Herthaner. Die Berliner Führung glich Markus Knackmuß aus, den erneuten Rückstand beantwortete Koziak mit seinem vierten Turniertor. Damit wurde der
Slowake gemeinsam mit dem Chemnitzer Sieber und
Brückner (Erfurt) als bester Schütze geehrt. Doch vom Strafstoßpunkt
scheiterte Koziak ebenso wie Dworrak.
So wurde es nichts mit 500 Euro Prämie für den dritten Platz. Trainer Norbert
Meier stürmte mit grimmigem Blick an den Medienvertretern vorbei, stellte
sich aber einige Minuten später doch und fand das Turnier "richtig toll,
mit super Stimmung von unseren Fans." Die sportliche Seite wollte er
nicht überbewerten: "Hauptsache, es hat sich keiner weiter verletzt."
Rene Beuchel spielte nicht, war aber wie die
gesamte Mannschaft für die Autogrammjäger da, und sah es ähnlich:
"Wieder ein schönes Turnier, aber wichtiger ist draußen. Frohe
Weihnachten!" Nach den Tumulten im Vorjahr lief das Turnier diesmal fast
störungsfrei ab. Vor und während des ersten Spiels zog die Polizei, die mit
einigen Hundertschaften angerückt war, lediglich vereinzelt Unruhestifter aus
dem Union-Fanblock. Nach dem Halbfinal-Aus
ihres Teams kam es auf der Tribüne zu Handgreiflichkeiten zwischen
Dynamo-Anhängern und Sicherheitsleuten. Die Vereine setzten auf dem
Kunstrasen ein Zeichen und spielten unter dem auf einem Plakat bekundeten
Motto: "Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus."
|
Sächsische Zeitung,
18.12.06: Kein Glück vom Punkt
Hallenfußball.
Dynamo muss sich beim Sieg von Rot-Weiß Erfurt mit dem vierten Platz
begnügen.
Norbert Meier hatte keine Lust, auf
die Fragen der Journalisten zu antworten. Wütend stapfte er an den gezückten
Mikrofonen und Notizblöcken vorbei in die Umkleidekabine. Der Trainer von
Dynamo Dresden brauchte einige Minuten, um seine Worte wiederzufinden.
„Wie schon zuletzt bei den Punktspielen hauen wir uns die Gegentore
durch individuelle Fehler selber rein", schimpfte Meier, nachdem der
erste Frust verflogen war.
Sowohl im Halbfinale wie auch im Spiel um Platz drei hatte der Regionalligist
leichtfertig eine Führung aus der Hand gegeben und im Neunmeter-Schießen
seine Nerven nicht im Griff. So mussten sich die Gelb-Schwarzen
mit dem vierten Rang und der Antrittsprämie von 4000 Euro begnügen.
Liga-Konkurrent Rot-Weiß Erfurt, der im Endspiel den Oberligisten Chemnitzer
FC bezwang, heimste zusätzlich 1500 Euro ein und holte erstmals den Pokal des
ostdeutschen Hallenmeisters,.
FINALE VOR LEEREN RÄNGEN
Der Großteil der 3500 Zuschauer wollte den Sieger nicht mehr sehen. Die 2 000
Dynamo-Fans, von denen sich einige nach der Halbfinal-Niederlage
Handgreiflichkeiten mit den Sicherheitsleuten lieferten, waren da bereits auf
dem Heimweg. Ohne die stimmgewaltige Anhängerschaft aus Dresden, dies bewies
die achte Auflage des Super-Regio-Cups wieder
einmal, versinkt die Erdgas-Arena in andächtige Stille. Aber auch die
Anfeuerungen von den Rängen verhalfen der stark ersatzgeschwächten Dynamo-Elf
nicht zum ersten Turniersieg in Riesa. „Es ist wie ein Fluch",
fand Levente Csik. Der dienstälteste unter den
Dresdner Hallenspielern unternahm in der. Stahlstadt schon oftmals vergeblich
einen Anlauf. Im Dezember 2004 zog der Verteidiger unter Trainer Christoph
Franke ins Finale ein, scheiterte dort gegen den Chemnitzer FC im
Neunmeter-Schießen. Für Csik könnte der Auftritt
unterm Hallendach der letzte im Dynamo-Trikot gewesen sein. „Vor
einigen Tagen hat mir der Trainer erklärt, dass er nicht mehr mit mir
plant", erzählte der 32-Jährige. „Natürlich bin ich enttäuscht.
Schließlich heißt es doch immer, dass ein Spieler nach seinen Leistungen
beurteilt wird. Aber ich hatte in der Hinrunde - auch durch die Verletzungen
- keine Chance, Leistung zu zeigen." Wohin die Reise geht, weiß Csik noch nicht. „Es ist auch möglich, dass ich bis
zum Sommer in Dresden bleibe, mein Vertrag gilt ja bis zum Juni." Jan Koziak, auch ein Spieler im Winterschlussverkauf, mühte
sich erfolgreich, in eigener Sache zu werben. Drei Treffer erzielte der
Stürmer gleich im Auftaktspiel gegen Union Berlin. „Ich spüre keine
Genugtuung. Aber nach diesem Rückschlag ist es schön, zeigen zu können, dass
man das Toreschießen nicht verlernt hat." Der
23-iähnge Reimund Linkert, Kapitän der
Landesliga-Elf, nutzte seine erste Chance bei den Profis. Der 1,67 Meter
kleine Regisseur bewies nicht nur bei seinem zweiten Treffer
„Köpfchen". „Es macht einfach riesigen Spaß, mit solch guten Fußballern zu spielen", erklärte der gebürtige Hallenser.
„Nun hoffe ich, dass ich die Rückrunden-Vorbereitung mit der
Profitruppe bestreiten darf."
HELLER TRIFFT ALTE FREUNDE
Darum muss sich Lars Heller vom Turniersieger Rot-Weiß Erfurt nicht
kümmern. Der Ex-Dynamo setzte mit seinen Nebenleuten den Höhenflug der
letzten Wochen unterm Hallendach fort. „Der Erfolg hier ist aber
Nebensache. Der Spaß steht im Vordergrund und die Gelegenheit, alte
Mitspieler zu treffen", sagte der Verteidiger, der am Saisonziel einstelliger Tabellenplatz trotz der Siegesserie in der
Regionalliga nicht rütteln will. „Wenn wir 54 Punkte auf dem Konto
haben, können wir vielleicht mal schauen, wie groß der Abstand zur Spitze
ist. Aber nicht eher."
|