zur Saison
2004/05 - zur
Saison 2006/07
Teilnehmer
1.Runde (20./21.8.2005), 2.Runde (25./26.10.2005), 3.Runde/Achtelfinale (20./21.12.2005),
4.Runde/Viertelfinale (24./25.01.2006), 5.Runde/Halbfinale
(11./12.4.2006), 6.Runde/Finale in Berlin
(29.4.2006)
| Im Spiegel der Presse | |
| Kicker Online, 26.10.05:
Nach dem 1:1 in der Liga gegen Greuther Fürth stellte Erzgebirge-Coach Gerd Schädlich auf drei Positionen um: Im Mittelfeld rückte Dostalek für Liebers in die Startelf und Mikolajczak lief an Stelle von Jungwirth auf. Im Sturm ersetzte Klinka den zuletzt enttäuschenden Demir. Auf Seiten der Bayern gab es im Vergleich zum 4:0 gegen den Duisburg zwei Änderungen: Der in der Meisterschaft zuletzt gesperrte Demichelis stand ebenso wie Karimi in der Anfangsformation. Für sie mussten Deisler und Zé Roberto auf die Bank. Der FC Bayern, der diesmal mit einer Dreierkette agierte (Lucio, Demichelis, Ismael), hatte bereits nach drei Minuten die große Chance zur Führung, doch Makaay schoss frei vor Keeper Bobel aus 14 Metern über das Tor. Lucio prüfte Aues Nummer eins wenig später mit einem strammen 16-Meter-Schuss (7.), bevor Erzgebirge sich auf glitschigem Rasen erstmals Richtung gegnerisches Tor aufmachte: Nach Dostaleks Volleyschuss, der sein Ziel knapp verfehlte (12.), nahm die Schädlich-Elf zusehends Fahrt auf. Sie agierte mit hoher Laufbereitschaft und brachte die wenig sattelfeste Deckung der Münchner, in der Demichelis öfter Löcher stopfen musste, als ihm lieb war, das eine oder andere Mal in Bedrängnis. Zudem gelang es den "Veilchen" in der Folge zumeist, das wenig einfallsreiche Angriffsspiel des Rekordmeisters erfolgreich zu unterbinden. Torgefahr jedenfalls strahlte die Magath-Elf nach dem starken Auftakt lange nicht mehr aus (Ausnahme Ballack, 31.) und hatte sogar Glück, dass Juskowiak zwischenzeitlich nach einem Eckball aus fünf Metern vorbeiköpfte (29.). In der ausgeglichenen Partie prüfte Trehkopf Nationaltorwart Kahn mit einem Freistoß (36.), der letzte Aufreger vor der Pause gehörte dann den Bayern: Ballack nickte den Ball nach Flanke Sagnols und Kopfballverlängerung Karimis ins Netz - doch Schiedsrichter Gagelmann erkannte den Treffer wegen vermeintlicher Abseitsstellung irrtümlicherweise nicht an (38.). Ballack hatte auch nach dem Wechsel die erste Torchance, doch Kos blockte seine Volleyabnahme zur Ecke ab (50.). Fast im Gegenzug reklamierten die Sachsen zu Recht Strafstoß, als Karimi Helbig vor den Augen des Unparteiischen im Strafraum umgrätschte (51.), die Pfeife von Gagelmann aber stumm blieb. Schweinsteiger wiederum verfehlte nach einem Sololauf das Gehäuse der Sachsen nur knapp (53.) und hatte wenig später Glück, als sein Revanchefoul an Günther nicht geahndet wurde. Erzgebirge bot dem Favoriten, bei dem Scholl für den blassen Karimi eingewechselt wurde (54.), im "Spiel des Jahres" weiterhin gut Paroli. Die Magath-Elf dominierte zwar ab der 60. Minute die Partie deutlich, konnte sich aber gegen das nach wie vor mit Leidenschaft spielende Aue nur selten gefährlich in Szene setzen. Erst Lucio hatte wieder eine gute Möglichkeit, als er aus der Drehung am Fünfmeterraum über den Kasten zielte (71.). Spürbar war nun freilich der große Kräfteverschleiß des Underdogs, der kaum noch für Entlastung sorgen konnte. Heller verhinderte nach Ballacks Kopfball auf der Torlinie den drohenden Rückstand (77.), genau wie Schlussmann Bobel mit Glanzparade nach einem Volleyschuss von Scholl (78.). Zwei Minuten später freilich war der Pole machtlos: Dostalek konnte nach einem Freistoß von Sagnol Ballack in der Mitte nicht am platzierten Kopfball hindern, der unhaltbar für Bobel im linken unteren Eck einschlug (80.). Danach mobilisierte die Schädlich-Elf nochmals alle Kräfte, brachte mit Kurth und Demir zwei frische Leute. Fast wäre Demir ein Joker-Tor gelungen, doch Ismael verhinderte mit einem Tackling den Ausgleich und damit die drohende Verlängerung (85.). Gegen das kampfstarke und lauffreudige Aue erreichte der FC Bayern mit einem Arbeitssieg die nächste Runde. In der Schlussphase nutzte der Rekordmeister die nachlassenden Kräfte der Sachsen und kamen durch Ballacks Kopfballtor zum letztlich verdienten Sieg. |
Kicker Online, 25.10.05:
Beim 1. FC Nürnberg gab es im Vergleich zur jüngsten 2:3-Niederlage gegen Arminia Bielefeld folgende personelle Änderungen: Klewer stand für den am Rücken verletzten Schäfer zwischen den Pfosten. Lense, Mnari und Daun spielten an Stelle von Reinhardt, Polak (Schleimbeutelentzündung im Knie) und Schroth. Dresdens Trainer Christoph Franke brachte nach der 0:1-Niederlage bei Wacker Burghausen mit Horvat für Kresic (Ellbogenverletzung) ebenfalls einen neuen Torhüter. Zudem standen Oswald und Brinkmann für Beuchel (Muskelverhärtung im Oberschenkel) und Langen (Rot-Sperre) in der Startelf. Die Partie wurde mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen, nachdem der DFB die Begegnung als Probe für den Sicherheitsdienst im Hinblick auf die WM 2006 nutzte und die Kontrollen der Fans ganz sorgfältig durchführte. Danach entwickelte sich eine unterhaltsame Partie, in der die Torhüter immer wieder im Mittelpunkt standen. Nachdem Klewer eine Ecke unterschätzt hatte, köpfte Oswald drüber. Auf der anderen Seite war Horvat zunächst einen Schritt schneller als der heransprintende Kießling. Dann stand der U-21-Nationalspieler des Club allein vor Horvat, Oppitz störte aber im letzten Moment, der Schuss von Kießling ging ganz knapp rechts vorbei. Nur kurz darauf parierte Horvat einen Banovic-Freistoß zur Ecke. Einmal wäre der Keeper dann doch geschlagen gewesen, ein Heber von Daun senkte sich aber neben das Tor. Auch die nächste Möglichkeit in der keineswegs hochklassigen, aber interessanten Partie ging auf das Konto der Franken: Sven Müller tunnelte Cagara und lief an der Grundlinie aufs Tor zur. Statt in die zugestellte Mitte zu passen, zog Müller selbst ab. Horvat und der Pfosten verhinderten in Co-Produktion die Führung für den Club. Kurz vor dem Pausenpfiff wurden die spielerisch nicht überzeugenden Nürnberger für das herausgearbeitete Chancenplus belohnt. Daun verlängerte einen von Banovic scharf nach innen gebrachten Freistoß mit dem Kopf ins lange Eck zum 1:0. Nach dem Seitenwechsel stand der Club etwas tiefer, achtete vor allem auf die Sicherung des eigenen Gehäuses und lauerte auf schnelle Gegenstöße. Die Dresdner hatten nun mehr Spielanteile, offenbarten aber Abstimmungsprobleme im Spielaufbau. Die Rädchen griffen nicht richtig ineinander. Die Defensive der Wolf-Elf hatte zumeist wenig Probleme, das Geschehen zu kontrollieren und keine Gefahr aufkommen zu lassen. Dynamo operierte zu oft mit langen Bällen, die leichte Beute für die Nürnberger Abwehr wurden. Die Franken kombinierten besser, übten aber nur von Zeit zu Zeit einmal Druck aus. Dies reichte der Elf von Wolfgang Wolf aber zum Ausbau des Vorsprungs: In der 68. Minute erzielte Daun das 2:0. Zunächst parierte Horvat noch einen Schuss von Banovic, gegen den Nachschuss war der Keeper aber machtlos. Die große Chance zum Anschlusstreffer vergab Vorbeck, als er völlig allein vor Klewer am Nürnberger Keeper scheiterte. Der Club tat mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken im Offensivspiel nicht mehr als notwendig. Kurz vor dem Ende konnte der klasse aufgelegte Banovic für den 1. FCN sogar auf 3:0 erhöhen. Schroth ging zunächst alleine auf Horvat zu, der aber parierte. Den Nachschuss wehrte Cagara auf der Linie mit der Hand ab, so dass Schiedsrichter Rafati auf Rote Karte und Handelfmeter entschied. Banovic ließ sich die Chance nicht entgehen und besorgte den Endstand. Der 1. FC Nürnberg zieht verdient in die nächste Runde ein, das Ergebnis fiel letzten Endes aber zu hoch aus. Die Nürnberger konnten zwar spielerisch nicht recht überzeugen, sicherten ihrem Trainer Wolfgang Wolf mit diesem Erfolg aber erstmal den Job. |
| Im Spiegel der Presse | |||
| MDR-Online, 19.8.05: Erzgebirge Aue wankt in Runde
zwei
Erzgebirge Aue ist zum ersten Mal in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Allerdings wankten die Veilchen beim knappen 3:2-Sieg bei der Zweiten von Bochum. Der Viertligist verlangte dem Schädlich-Team über 90 Minuten alles ab. Aue mit großen Problemen - Demir und Helbig treffen Die Veilchen hatte mit der Bochumer Reserve mehr Mühe als erwartet. In den ersten zehn Minuten vergab Bochum drei dicke Chancen zur Führung. Dann sorgte Demir (14.) für die zu diesem Zeitpunkt überraschende Führung für Aue. Nach Klinkas Anspiel hatte der Stürmer aus Nahdistanz wenig Mühe. Ein Bock von Keeper Hahnel brachte die Gastgeber zurück ins Spiel: Der an der Strafraumgrenze postierte Auer Keeper schoss einen VfL-Spieler an. Das Leder segelte durch den Strafraum des Zweitligisten und Thamm (22.) köpfte aus fünf Metern ein. Helbig sorgte mit seinem Kopfball-Heber nur sieben Minuten später für die erneute Aue-Führung. In der Folgzeit bestimmten die Gäste zwar die Partie, doch auch Bochum blieb gefährlich. Mit dem Pausenpfiff rettete dann Hahnel gegen den freistehenden Grote die knappe Führung. Emmerich-Tor bringt keine Ruhe Nach dem Wechsel schien die Partie zunächst den erwarteten Verlauf zu nehmen. Nachdem Klinka von VfL-Keeper Renno im Strafraum gelegt wurde, verwandelte Emmerich (51.) den fälligen Elfmeter sicher zum 1:3. Doch der Oberligist gab sich immer noch nicht auf. Grote zirkelte in der 57. Minute einen Freistoß ins Auer Gehäuse. In der Folgezeit hatten beide Teams weitere Treffer auf dem Fuß. Kicker Online, 19.8.05: Für die zweite Garnitur des VfL Bochum ist bereits nach der 1. Pokalhauptrunde Endstation: Gegen Zweitligist Erzgebirge Aue hatten die Westdeutschen nach spannendem Spielverlauf mit 2:3 das Nachsehen. Demirs Führungstreffer in der 14. Minute quasi mit der ersten Chance des bis dorthin unterlegenen Erzgebirge konterte Bochums Thamm bereits acht Minuten später. Die Sachsen aber nutzten die Abwehrschwächen des VfL konsequent, legten in Person von Angreifer Helbig nach einer guten Stunde wieder vor und schienen nach der Pause nach dem frühen 3:1 durch Emmerichs verwandelten Foulelfmeter klar auf der Siegerstraße (51.) - doch VfL-Mittelfeldakteur Grote brachte die wackeren Amateure fast postwendend wieder heran (57.). Die Bochumer waren im weiteren Verlauf ebenbürtig und versuchten alles, um zumindest den Gleichstand zu erzwingen. Doch die Deckung der Sachsen bot allen Angriffen des Oberligisten erfolgreich Paroli, so dass der Zweitligist schließlich als glücklicher Sieger vom Platz ging. |
MDR-Online, 21.8.05: Dynamo rettet sich in die zweite
Runde
Dynamo Dresden steht erstmals seit 1994 wieder in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Bei Oberligist Sachsen Leipzig musste der Zweitligist aber bis ins Elfmeterschießen, das die Dresdner mit 5:3 gewannen. Dynamo 90 Minuten überlegen Dabei sah es lange Zeit nicht nach einer Zitterpartie für den Favoriten aus. Vor mehr als 30.000 Zuschauern im Leipziger Zentralstadion lief es 90 Minuten nach Plan für Dynamo. Cagara (18.), die dänische Leihgabe von Hertha BSC, machte mit einem 13-Meter-Schuss zeitig die Gäste-Führung. In der Folge blieb Dresden gegen nervöse, spiel- und zweikampfschwache Leipziger überlegen und hätte mehrfach erhöhen können. Doch Vorbeck (67.), Fröhlich (73.) oder Brinkmann (90.) scheiterten auch mit den besten Chancen. Ausgleich aus dem Nichts Die kaum noch für möglich gehaltene Spannung in den "Sachsenknaller" brachte ausgerechnet ein Dresdner: FC-Sachsen-Neuzugang Semmer, der von Dresden-Nord an die Pleiße wechselte und am Sonntag seinen ersten Pflichtspieleinsatz für die Leipziger hatte, traf quasi mit dem Abpfiff zum 1:1. Der 19-Jährige traf mit einem 10-Meter-Knaller. Der Schock saß für die Dresdner tief, in der Verlängerung gewannen die Leipziger mehr und mehr Selbstvertrauen und hatten nun sogar mehr Spielanteile. Dynamo wankte nun und musste sich nach einer roten Karte gegen Langen (110.) auch noch in Unterzahl über die Zeit retten. Im Elfmeterschießen behielten dann aber alle fünf Dynamo-Schützen die Nerven, während Kittler für Leipzig patzte. Kicker Online, 21.8.05: Zweitligist Dynamo Dresden hat das Lokal-Derby in der 1. Runde im DFB-Pokal gegen Sachsen Leipzig mit 5:3 im Elfemterschießen gewonnen. Das Team von Trainer Christoph Franke setzte sich im "Spiel der Ehre" vor über 30.450 Zuschauern im Leipziger Zentralstadion durch. Dynamo Dresden begann mit der gleichen Startelf, die vor Wochenfrist in der Zweiten Liga gegen den SC Freiburg (2:0) begann. Beim Viertligisten brachte Trainer Wolfgang Frank den erst kürzlich verpflichteten Nigerianer Ogungbure. Dynamo Dresden ging nach 18 Minuten durch Cagara in Führung und verteidigte diesen Vorsprung gegen harmlose Gastgeber bis in die Nachspielzeit. Dann aber brachte der letzte Angriff Leipzigs vor 30.450 Zuschauern durch den eingewechselten Semmer doch noch den überraschenden Ausgleich. Dresden verpasste im Sachsenderby bereits während der regulären Spielzeit einen Sieg, als der Zweitligist selbst beste Chancen nicht verwerten konnte. Pech hatte Fröhlich in der 70. Minute mit einem Pfostenschuss. In der Verlängerung wurde Dresdens Verteidiger Langen wegen groben Foulspiels in der 110. Minute vom Platz gestellt. Sachsen Leipzig konnte die nummerische Überlegenheit aber nicht ausnutzen, so dass das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen musste. Und hier wurde Dynamo-Keeper Kresic zum "Helden", als er den Versuch von Kittler parieren konnte. |
Leipziger Volkszeitung. 22.8.05: Aus nach Elfer-Drama
Leipzig. Sie kratzten an der Sensation, zwangen selbstverliebte Dynamos ins Elferschießen - und schlichen doch gesenkten Hauptes vom Platz. Um 17.08 Uhr endeten die Träume des FC Sachsen vom großen Geld, vom Coup im Cup. Zungenbrecher Withold Wawrzczek schob vor der Rekordkulisse von 30 450 Fans den alles entscheidenden Penalty zum Dresdner 5:3 (1:1, 1:0) ins linke untere Eck. Womit das bessere Team im Glutofen Zentralstadion das bessere Ende für sich hatte. Tragisch: Ausgerechnet Kevin Kittler, über 120 Minuten eine verlässliche Größe im Spiel des Oberligisten, brachte sein Team auf die Verliererstraße, scheiterte aus elf Metern am katzengewandt abtauchenden Ignjac Kresic. "Der hat auf die Ecke spekuliert", meinte ein tieftrauriger Kittler. "Es tut mit Leid für die Mannschaft." Die psychologische Kriegsführung des 38-jährigen Kresic war erfolgreich. "Den kriegst du nicht rein!", hatte der Oldie Richtung Kittler insistiert. Es gab auch einen Leipziger Pokal-Helden. Einen jungen Mann, der kürzlich vom FV Dresden-Nord kam, der erst zweimal mit seinen neuen Kollgen trainierte, der nach einer schweren Knieverletzung eigentlich langsam aufgebaut werden sollte. In der 71. Minute schickte Coach Wolfgang Frank den 19-jährigen Tino Semmer aufs Feld, Sekunden vorm Schlusspfiff von Schiri Michael Weiner (Hannover) traf der Stürmer mit links von links aus unmöglichem Winkel zum 1:1, die kurze Torwartecke war für den verdutzten Kresic nicht kurz genug. Schuss, Tor, Abpfiff, Verlängerung. Jetzt brodelte die Bude, kippte die Stimmung, war das lange Zeit fremdbestimmte Stadion fest in Leipziger Hand. "Wir sind ja so blöd", analysierte Ansgar Brinkmann, freischaffender Dresdner Künstler in der Offensive. "Wir hätten vorm 1:1 längst fünfnull führen müssen. Beschämend, wie wir mit unseren Chancen umgegangen sind." Auf die Idee, sich selbst Asche aufs blonde Haupthaar zu schütten, kam der weiße Brasilianer nicht. Brinkmann tauchte dreimal frei von TorhüterRené Twardzik auf, legt nach diversen eingestreuten Kabinettstückchen irgendwann nach innen auf, wo keiner seiner Mitstreiter mit derartigen Großzügigkeiten rechnete. Unmittelbar vor Semmers Sternstunde hatte Brinkmann versucht, den am Boden krabbelnden Twardzik der Lächerlichkeit preiszugeben - im Gegenzug fiel das sensationelle 1:1. "Die wollten uns verarschen", zürnte der Torhüter. "Normalerweise rächt sich das." Das tat es nicht. Daniel Ferl, Tino Semmer und Mirko Soltau trafen im Elfer-Drama. Kittler nicht. Coach Frank hatte einen Riesenhals. Wegens des Ausscheidens ("mehr als ärgerlich"). Und auf Frank Gerster. Der habe sich vor der Verantwortung gedrückt, zischte Frank angewidert. "Als Kapitän muss ich hingehen und den ersten Elfmeter reinhauen." Vize-Präsident Stefan Opitz versuchte noch im Kabinengang die Wogen zu glätten - vergebens. "Es war doch klar abgesprochen, dass ich den fünften Elfer schieße", ereifert sich Gerster. "Ich weiß, nicht was das Ganze soll." Derweil gab der umschwärmte Tino Semmer ein Interview nach dem anderen. "Als gebürtiger Dresdner war das heute für mich natürlich ein besonderer Tag. Der Trainer hat mir das Vertrauen gegeben - und ich hab' es ihm mit dem 1:1 zurückgezahlt. Schade, dass es nicht für die ganz große Sensation gereicht hat." In der regulären Spielzeit hatte der Zweitligist die Angelegenheit im Griff, ging durch den auffälligen Dennis Cagare verdient in Führung (18.). Torwächter Twardzik, vor allem aber grenzenlose Verspieltheit der Herren Brinkmann und Marco Vorbeck verhinderte den zeitigen Leipziger Knockout. "Ich bin fast wahnsinnig geworden", stöhnte Dynamo-Trainer Christoph Franke. "Das hat Nerven gekostet." Der fußballerisch unterlegene FCSachsen hielt mannhaft dagegen, kam in der gesamten Partie allerdings nur zu zwei, drei Chancen minderer Güte. Hemmend:Regisseur Adebowale Ogungbure humpelte mit Beginn der zweiten Halbzeit wie Käptn' Ahab, quälte sich auf den Felgen kauend über die Distanz. Wirklich rund hat man den hochbegabten Nigerianer inLeipzig noch nicht laufen sehen ... |
Sächsische Zeitung, 22.8.05: Sündhaft glücklich
weiter
Im Elfmeterschießen setzt sich Dynamo gegen Sachsen Leipzig durch. Halleluja! Besser als Ansgar Brinkmann mit diesem Stoßseufzer lässt sich der Pokal-Krimi aus Dresdner Sicht nicht kommentieren. Die Dynamos hatten gesündigt. Mit dem anfangs guten Spiel und mit ihren hochkarätigen Chancen. Christoph Franke fand den Spielverlauf „unerklärlich“. 20 Minuten lang zeigte Dynamo den Klassenunterschied. Joshua Kennedy hätte schon vor dem 1:0 zur Führung einköpfen können. Schließlich erzielte Dennis Cagara, der von Ansgar Brinkmann und Christian Fröhlich mustergültig freigespielt worden war, das verdiente Tor. Seinen zweiten Versuch wehrte Mats Wejsfelt kurz vor der Linie ab. Starker Beginn. Aber danach stellten die Gelb-Schwarzen plötzlich und unerwartet das Fußballspielen im Leipziger Zentralstadion weitgehend ein. Schludrig, unkonzentriert und ohne Linie hielten sie vor 30 450 Zuschauern nur die Spannung hoch. Vermutlich wollten sie als Gäste in der schmucken WM-Arena nicht allzu unhöflich sein. Der gastgebende FC Sachsen Leipzig hatte zwar keine Chance, aber die nutzte er konsequent: In der Nachspielzeit sorgte der Ex-Dresdner Tino Semmer mit dem Ausgleichstor für die Verlängerung. „Das hätten wir uns ersparen können“, meckerte Franke. Der Trainer war mit dem Zählen der „vier, fünf oder sechs hundertprozentigen Möglichkeiten“ für seine Elf nicht mehr hinterher gekommen. Vielleicht der Höhepunkt die 68. Minute: Brinkmann kontert solo schnell, legt auf den mitgelaufenen Marco Vorbeck ab – und der Ex-Rostocker versiebt kläglich. „Das Ding schießt meine Oma rein“, meinte Brinkmann, der allerdings Vorbeck nicht zum Sündenbock stempeln wollte: „Wir haben es als Kollektiv nicht gebacken gekriegt, den Ball über die Linie zu drücken.“ Er selbst eingeschlossen, denn kurz vor dem 1:1 dribbelte sich Brinkmann an der Leipziger Torlinie fest. „Ich konnte nicht abspielen, weil niemand am Fünfmeterraum stand“, ärgerte sich der 36-Jährige. Dem Routinier schwante schon Böses. „Ich bin Optimist, aber ich fragte mich: Warum sollen wir das Elfmeterschießen gewinnen, wenn wir 120 Minuten lang so fahrlässig sind?“ Zum Glück bekam er Antworten: Weil die fünf Schützen – ihn eingeschlossen – sicher verwandelten. Und weil Ignjac Kresic im Tor stand. Der 38-Jährige parierte den Schuss von Sachsen-Verteidiger Kevin Kittler sicher. „Die anderen haben mir die Gelegenheit gegeben, dass ich der Elfmeter-Held werde“, meinte Kresic, der dafür jedoch alles andere als dankbar war: „Eigentlich dachte ich, dass ich mir einen ruhigen Nachmittag machen kann. Aber wenn trotz mehrerer klarer Chancen nicht das 2:0 fällt, kommt es eben zur Lotterie.“ Vor dem entscheidenden Elfmeter war er auf Kittler zugegangen. „Ich habe nichts gesagt, ihn nur ein bisschen böse angeschaut.“ Ob der Leutzscher sich davon einen Schrecken einjagen ließ, sei dahingestellt. Kresic hielt klasse. Und deshalb konnte er der unfreiwilligen Zugabe doch noch etwas Gutes abgewinnen. „So haben wir noch eine halbe Stunde etwas für unsere Kondition getan. Vielleicht hilft uns das am Freitag im Punktspiel gegen Offenbach.“ Daran dachte auch Franke bereits, der die Kickers vorsorglich als „Spitzen-Mannschaft“ bezeichnete. Aber bevor er seine Schützlinge auf diesen Gegner einstellt, will er das Pokalspiel genau unter die Lupe nehmen, um zu erkennen, „ob es Überheblichkeit war oder der ein oder andere Spieler weiche Knie bekommen hat“. Für Letzteres würde er ihnen – und speziell Vorbeck – angesichts der stimmgewaltigen Kulisse vielleicht sogar die Absolution erteilen. Es war auf alle Fälle ein sündhaft glückliches Weiterkommen. |
Pokal für die Mannschaften der
- 1.(Bundesliga) und
- 2.Spielklasse (2.Bundesliga) der abgelaufenen Saison sowie
- die jeweils Erst- und Zweitplatzierten der abgelaufenen Spielzeit
in den Regionalligen Süd und Nord sowie
- die Verbandspokalsieger der 21 DFB-Landesverbände sowie
- jeweils ein weiterer Amateur-Klub aus den drei DFB-Landesverbänden,
welche die meisten Herrenmannschaften im Spielbetrieb haben (derzeit Bayern,
Niedersachsen und Westfalen), in der Regel sind dies die Verlierer der
jeweiligen
Verbandspokal-Endspiele
=> 64 Starter.
| Bundesliga (DFB) - 18 Starter
alle Teams der Saison 2004/2005
|
2.Bundesliga (DFB) - 18 Starter
alle Teams der Saison 2004/2005 |
| Nordostdeutscher Fußball-Verband
(NOFV) - 7 Starter
Berlin
Berliner TC Borussia
|
Norddeutscher Fußball-Verband (NFV)
- 5 Starter
Bremen
FC Bremerhaven
|
| Süddeutscher Fußball-Verband (SFV) - 6 Starter
Bayern
FC Ingolstadt
|
Westdeutscher Fußball-Verband (WFV) - 5 Starter
Niederrhein
Wuppertaler SV Borussia
|
| Fußball-Regionalverband Südwest (FVSW) - 4 Starter
Südwest
1.FSV Mainz 05 (Amateure)
|
Regionalliga (DFB) - 4 Starter
die jeweils beiden bestplazierten Teams der Saison 2004/05 jeder Staffel |