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Leipziger Volkszeitung,
19.12.05: Sachsen bescheiden, Thüringer stark
Riesa. "Das war wohl nix", sagte
Benjamin Boltze enttäuscht, als er aus der Halle in Riesa humpelte. Gleich im
ersten Spiel seiner Sachsen-Truppe wurde er nach einem Schlag auf die Wade
von Tobias Becker (Chemnitzer FC) verletzt, so fiel das Talent für den
weiteren Turnierverlauf aus. Aber da waren ja noch viele andere junge
Himmelsstürmer bei den Leipzigern am Ball.
Doch keiner konnte sich entscheidend in Szene
setzten, mit Ausnahme der Torhüter Jan Burmeister und Eric Domaschke, die
Ärgeres verhinderten als fünf Gegentreffer in drei Partien. Erst gegen eine
Riesaer Auswahl gelang ein Tor (Sven Werner im Nachschuss), es sollte das
einzige für die Leipziger im Turnier um den Super-Regio-Cup bleiben.
"Manchmal fehlte nicht viel, aber wir hatten
uns mehr erhofft. So blieb nur der letzte Gruppenplatz", ärgerte sich
Trainer Hans-Jörg Leitzke über einige vergebene Möglichkeiten. Beispiel Nico
Breitkopf: Er versuchte gegen die vermeintlich schwachen Riesaer aus allen
Lagen zu treffen - vergebliche Mühen auf dem Kunstrasen. So kam das Aus
bereits nach der Vorrunde wie auch für den VFC Plauen, den Halleschen FC und
Riesa (Trainer Ralf Minge).
Danach verließen viele der 2700 Zuschauer die
kaum halb gefüllte Halle. Im Vorjahr hatten noch 5500 Fans diese sogenannte
offizielle NOFV-Hallenmeisterschaft erleben wollen. Diesmal hielten offenbar
verschneite Straßen viele Besucher vom "Budenzauber" in Riesa ab.
Die abwandernden Fangruppen wurden von der Polizei vorsorglich zum Bahnhof
begleitet, um Zusammenstöße zu vermeiden. Davon hatte es in der Halle zuvor
einige gegeben, als rivalisierende Gruppen hinter den Tribünen aufeinander
losgingen.
Die 180 Polizei- und Ordnungskräfte konnten
diese Situationen bereinigen. Hausverbote wurden ausgesprochen und fünf
Männer vorübergehend in Gewahrsam genommen sowie mehrere Anzeigen erstattet.
Knallkörper-Krach und minutenlanges Geschrei der nur wenige Meter getrennten
Fan-Gruppen ließen den Sport in der Halle mitunter zur Nebensache werden. Die
Präsidenten vom FCSachsen (Rolf Heller) und Jena (Reiner Zipfel) versuchten
beruhigend auf ihre Anhänger einzuwirken. Unbelehrbare verstanden sie
nicht.
Am Ende konnten die Jenaer um Torsten Ziegner
(bester Turnierspieler) den Pokal und die 1500-Euro-Siegprämie mit an die
Kernberge nehmen. Das wurde aber erst nach Neunmeter-Schießen im
Thüringen-Finale gegen den FC Rot-Weiß Erfurt perfekt. Torwart Christian
Person parierte den Ball von Alexander Schnetzler und wurde gefeiert. Der
Turniersieger der beiden vorigen Jahre, der Chemnitzer FC, verlor das Spiel
um Platz drei gegen die Amateure von Bundesligist Hertha BSC mit 3:4.
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Sächsische Zeitung,
19.12.05: Es fehlt der Respekt
Drittligist FC Carl Zeiss Jena ist
NOFV-Hallenmeister. „Wir wollten uns so präsentieren, dass wir einen schönen
Beitrag für das Turnier leisten. Das ist uns gelungen“, schätzte Trainer
Heiko Weber ein, nachdem seine Schützlinge gekürt worden waren. Nicht
zufällig machte Weber ausdrücklich auf den sportlichen Erfolg seiner Truppe
aufmerksam. Wieder einmal war ein Teil der Zuschauer nicht gekommen, um die
Leistungen der teilnehmenden Teams in Augenschein zu nehmen. Zeitweilig
überschattet wurde das Turnier von Fan-Ausschreitungen.
Rund 180 Einsatzkräfte waren bei der siebenten
Auflage des „Budenzaubers“ vor Ort – und die bekamen eine Menge zu tun. Etwa
60 gewaltbereite Anhänger waren während der Vorrundenpartien hinter den
Tribünen aufeinander eingestürmt und hatten sich wüste Prügeleien geliefert.
Die Randalierer konnten von der Polizei und dem Ordnungsdienst getrennt
werden. Es soll sich dabei um Anhänger von Rot-Weiß Erfurt, Carl Zeiss Jena,
dem Halleschen FC und Sachsen Leipzig gehandelt haben, teilte ein
Polizei-Sprecher mit. Insgesamt waren 90 Beamte und 90 Sicherheitskräfte im
Einsatz. „Wenn man so viele Mannschaften unter einem Dach hat und der
Derby-Charakter so stark ausgeprägt ist, kann das problematisch sein“, sagte
Turnier-Organisator Volkhardt Kramer. „Ich hoffe, die Fans rivalisierender
Clubs bringen sich künftig wieder mehr Respekt entgegen.“ Leider könne man
nicht alle Randalierer am Eingang identifizieren. Es fehle die rechtliche
Handhabe, um ihnen den Einlass zu verwehren, ergänzte Kramer.
Feuerwerkskörper gezündet
„Wir verabscheuen diese Gewalt“, erklärte
Jenas Präsident Rainer Zipfel. Mindestens zwei Zuschauer verletzten sich bei
den Ausschreitungen leicht. Die Polizei-Beamten sprachen Randalierern
Hausverbote aus und nahmen fünf Männer in Gewahrsam, unter anderem wegen
Körperverletzung und Hausfriedensbruchs. Es befanden sich nach Polizeiangaben
zeitweilig mindestens 50 polizeibekannte Hooligans und 500 Randalierer unter
den etwa 2 700 Zuschauern. Zudem wurden mehrfach Feuerwerks- und Knallkörper
in der Halle gezündet. „Es ist ein Katz- und Mausspiel“, sagte ein
Polizei-Sprecher.
Präsident warnt vor Hysterie
Gegenüber der „SZ“ hörten sich die
Ausführungen von Jenas Präsident Zipfel, der sich wie sein Leipziger Kollege
Rolf Heller in die Fangruppen begeben hatte, um zu schlichten, etwas anders
an: „Ich warne vor überzogener Hysterie. Es gab drei Blitzknaller, das sind
drei zuviel. Aber von stundenlangem Feuerwerk oder angeblich 500 Gewalttätern
kann keine Rede sein.“ Wie häufig gab es verschiedene Ansichten der Dinge.“
„Vielen geht es gar nur darum, sich zu
prügeln“, meint Hermann Braunger. Er war der Einsatzleiter bei diesem
Turnier. „Störenfriede gab es schon immer“, weiß Braunger, „aber die Leute
sind aggressiver geworden.“ Er und seine Kollegen waren jedenfalls
erleichtert, als am Abend die letzten Fans im Zug saßen und aus Riesa
abfuhren. Nach Ansicht des Einsatzleiters fehlte das „normale
Fußball-Publikum, das eine ruhigere Stimmung mit sich gebracht hätte“.
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Freie Presse, 19.12.05:
Zum Einstand keinen Pokal für Trainer Müller
Fußball: Chemnitzer FC ohne Hauptgewinn bei
Hallenturnieren – Randale beim Riesaer Regio-Cup
Riesa. Das Aus im Riesaer Super-Regio-Cup kam
für den Chemnitzer FC kurz vor 17 Uhr. Magere Ausbeute des Titelverteidigers
am Sonnabend war Platz 4. Der neue Trainer Joachim Müller nach dem Abpfiff:
„Macht nichts.“ Das Turnier habe für ihn Trainingscharakter. Kaum zu glauben
für jene, die ihn zuvor wild gestikulierend und schimpfend an der Bande
erlebt hatten.
Überhaupt nicht egal war Tuukka Salonen der
Regio-Cup. „Wir holen keine Punkte für die Meisterschaft. Aber wir können
Kraft schöpfen.“ Der finnische Stürmer machte das Tor im Vorrundenspiel gegen
Sachsen Leipzig (1:0). Der einzige Sieg an diesem Tag. Trainer Müller stand
da übrigens noch auf der Autobahn im Stau.
Gegen Carl Zeiss Jena und die Auswahl von
Riesa gelangen nur Remis. Gefragt wie kein anderer war am Sonnabend Riesas
Trainer Ralf Minge – hoch gehandelt als Nachfolger von Christoph Franke bei
Dynamo Dresden. Er hielt sich weiter bedeckt, einen Vertrag gebe es noch
nicht. Verschiedenes – neben derzeit ohnehin noch bestehenden Verträgen –
müsse geklärt werden.
Zurück zum CFC: Dem saß der Vortag noch in den
Knochen. Im Zwickauer Finale waren die Jungs beim Neunmeterschießen an Plauen
gescheitert. In Riesa gingen schließlich auch das Halbfinale gegen Rot-Weiß
Erfurt (1:2) und das Spiel um Platz 3 gegen Hertha BSC II (3:4) verloren.
„Wichtiger ist der Anschluss auf dem Feld“, kommentierte Müller, für den ein
Pokal in den Händen trotzdem ein gelungener Einstand gewesen wäre.
Den nahm stattdessen Kollege Heiko Weber von
Carl Zeiss Jena mit in die Heimat. Und war „froh, dass die Saison damit
vorbei ist. Wir haben uns den Fans heute noch mal gut präsentiert.“ Die
wiederum sorgten für unschöne Szenen. Mitgereiste aus Jena, Erfurt, Halle und
Leipzig lieferten sich handfeste Duelle fernab des Kunstrasens. 500
Randalierer und 50 polizeibekannte Hooligans waren den Polizeiangaben zufolge
unter den 2700 Zuschauern. Sechs Platzverweise wurden ausgesprochen, fünf
Personen vorzeitig festgenommen. Super-Cup-Organisator Volkhardt Kramer: „Mit
Fußball hatten diese Leute nichts am Hut.“ Gerd Milek vom Nordostdeutschen
Fußballverband NOFV räumte ein, dass es eine hundertprozentige Sicherheit vor
solchen Ausschreitungen nie gebe.
Seine verpasste Chance auf den Pokal mit dem
CFC kann Joachim Müller übrigens Anfang Januar in Chemnitz nachholen.
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MDR-Online, 17.12.05:
Jena gewinnt SuperRegio-Cup
Der FC Carl Zeiss Jena ist ostdeutscher
Hallen-Fußballmeister. Der Regionalligist setzte sich am Sonnabend im Finale
des SuperRegio-Cups 4:3 nach Neunmeterschießen gegen Erfurt durch. Platz drei
sicherte sich das Drittliga-Team von Hertha BSC durch ein 4:3 im kleinen
Finale gegen Titelverteidiger Chemnitzer FC. Zum besten Spieler des Turnier
wurde Torsten Ziegner (Jena) gewählt. Als bester Torwart wurde Sebastian
Klömisch (Chemnitz) geehrt.
Wenig "normale" Tore im Endspiel
In der regulären Spielzeit des
Thüringen-Derbys hatte Schnuphase die Erfurter in Führung (7.) gebracht.
Schlachta (16.) glich aus. Im Neunmeterschießen sorgte dann FCC-Keeper Person
mit mehreren Paraden für die Entscheidung. Jena hatte sich im Halbfinale mit
3:2 gegen Herthas Zweite durchgesetzt. Erfurt besiegte Titelverteidiger CFC
2:1. In der Vorrunde hatte der sieglose FC Sachsen Leipzig schwer enttäuscht.
Auch für Plauen, HFC und Riesas Stadtauswahl war nach den Gruppenspielen
schon Schluss.
Hinter den Zuschauerrängen hatte es während
des Turniers wilde Schlägereien zwischen Fans von Erfurt, HFC, Jena und FC
Sachsen gegeben. Insgesamt etwa 60 Hooligans stürmten laut Polizei aufeinander
los und mussten von Polizei und Ordnungsdienst getrennt werden. Sechs Fans
wurden in Gewahrsam genommen, zwei Verletzte wurden bei den Ausschreitungen
registriert. Den Einsatzkräften zufolge befanden sich zeitweilig mindestens
50 polizeibekannte Hooligans und 500 Randalierer unter den etwa 2700
Zuschauern.
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