MDR-Online, 18.12.03: Chemnitz triumphiert erneut
Der alte ist auch der neue Gewinner des Super-Regio-Cups:
In einem spannenden Finale, das erst vom Neunmeterpunkt entschieden wurde,
holte sich der Chemnitzer FC den Pott.
Der letzte Neunmeter ist verschossen - der CFC jubelt
Der Chemnitzer FC hat seinen Vorjahreserfolg wiederholt
und auch 2004 den Super-Regio-Cup in Riesa gewonnen. Bei der ersten offiziellen
NOFV-Meisterschaft vor 5500 Zuschauern setzte sich der Regionalligist im
Finale gegen Zweitligist Dynamo Dresden mit 4:3 nach Neunmeterschießen
durch. Damit sind die Barsikow-Schützlinge beim DFB-Hallenmasters
am 8. Januar wieder in Riesa mit von der Partie. Das Spiel um Platz drei
gewann Hertha BSC (A), ebenfalls erst im Neunmeterschießen.
Entscheidung vom Neunmeter-Punkt
In einem durchschnittlichen Finale war Dynamo durch den
besten Torschützen des Turniers, Marco Christ, in Führung gegangen.
Karl und Gillert drehten die Partie, ehe Beuchel den Ausgleich schaffte.
Da beide Teams danach nur wenig wagten und nur auf Fernschüsse setzten,
warteten die Fans in einem insgesamt torreichen Hallenturnier vergeblich
auf weitere Treffer. Im Neunmeterschießen reichten Chemnitz die Tore
von Schindler und Gillert, weil für die Schwarz-Gelben nur Kühne
traf.
Dresdner Neueste Nachrichten, 20.12.04: Im Neun-Meter-Schießen
zeigt Dynamo Nerven
Riesa. Noch nie hat Dynamo Dresden den Super Regio Cup
gewinnen können und auch bei der 6. Auflage vor 5500 Zuschauern in
der erdgas arena verpassten die Schwarz-Gelben den Turniersieg. Allerdings
nur um eine Winzigkeit, denn im Finale scheiterte der Zweitligist erst
im Neun-Meter-Schießen am Regionalligisten Chemnitzer FC. Dessen
Trainer Dirk Barsikow staunte: "Wer uns gestern in Zwickau erlebt hat,
der hätte das nicht gedacht." In Zwickau waren die Himmelblauen am
Freitag nur Fünfter unter sechs Teams geworden.
Ausgerechnet sein langjähriger Klub und ein ehemaliger
Spieler von Christoph Franke verdarben dem Dynamo-Coach somit das passende
Präsent zum 60. Geburtstag. Doch mit leeren Händen kehrte Franke
dennoch nicht aus Riesa heim. NOFV-Präsident Hans-Georg Moldenhauer
überreichte dem Trainer schon vor dem Endspiel die goldene Verdienstnadel
des Verbandes für seine Verdienste um den Fußball, die höchste
Auszeichnung für Nichtfunktionäre. "Er hat über Jahre sehr
viel geleistet, sich immer zur Verfügung gestellt, wenn es um Stützpunkttraining
ging. Das wollen wir würdigen und das Turnier war der willkommene
Anlass, das nicht anonym zu tun", sagte Moldenhauer.
Der Geehrte nahm die Aufmerksamkeit gern an: "Ich habe
noch nicht so viele Auszeichnungen bekommen." Doch mehr Freude bereiteten
ihm seine Spieler, die das Trainingslager im Erzgebirge gut weggesteckt
hatten, "wo wir zwar nicht bis zum Umfallen, aber doch relativ viel trainiert
haben". Zwar taten sich die bis auf Levente Csik ohne Ausländer und
vornehmlich mit jüngeren Spielern angetretenen Dynamos gegen Magdeburg
noch schwer, dann aber demütigten sie Union und bogen gegen Jena sowie
im Halbfinale gegen die Hertha-Amateure jeweils einen 0:2-Rückstand
noch um. Im Endspiel führte Dynamo dann mit 1:0 durch Marco Christ,
bevor Steffen Karl und Sascha Gillert für Chemnitz und René
Beuchel das Neun-Meter-Schießen erzwangen. Dort scheiterten der ansonsten
spielerisch wie mit sechs Toren überzeugende Christ und Beuchel allerdings
an CFC-Keeper Sebastian Klömich, Christian Fröhlich und zuletzt
Christian Hauser zielten indes vorbei. Nur Rico Kühne traf vor 3000
Dynamo-Fans, die aber vor allem Oliver Herber feierten. Der parierte die
Versuche von Daniel Göhlert und Nico Kanitz, spielte auch sonst stark.
"Da war eine Reaktion zu sehen", so der zum besten Keeper des Turniers
gewählte Dynamo-Schlussmann nach der Verpflichtung des neuen Torwarts
Dargo Horvat. Auch Marco Christ, der die Torjägerkanone absahnte,
will einen Stammplatz imFreien: "Ich will mich in der Halle anbieten und
hier Kraft schöpfen für die Rückrunde." |
Leipziger Volkszeitung, 20.12.04: Leipziger Kanitz
holt mit Chemnitz den Regio-Cup
Riesa. Die Spieler des ausgeschiedenen FC Sachsen Leipzig
waren bereits auf der Heimfahrt. Da standen in der Erdgas-Arena Riesa am
Sonnabend mit Nico Kanitz und René Stark zwei Akteure im Finale,
die in der vergangenen Saison noch in Leutzsch kickten. Das Duo konnte
sogar jubeln. Ihr Chemnitzer FC gewann den Super-Regio-Cup durch ein 4:3
nach Neunmeterschießen gegen den favorisierten Zweitligisten Dynamo
Dresden.
Der technisch starke Kanitz gehörte bei diesem Turnier
vor 5500 Zuschauern, darunter 3000 Dresdner Fans, zu den auffälligsten
Spielern. Allerdings ließ der 24-Jährige im Endspiel zwei hochkarätige
Chancen sowie seinen Strafstoß ungenutzt.
Er war locker drauf, der Leipziger, der mit Chemnitz
in der Regionalliga im knallharten Abstiegskampf steckt. "Trotzdem habe
ich den Wechsel nie bereut. Ich bin sicher, dass wir den Klassenerhalt
schaffen", sagt der kleine Mittelfeldmann. Er hofft, vielleicht irgendwann
in der Zweiten Bundesliga spielen zu können. "Deswegen ist es für
mich wichtig, in der Regionalliga zu spielen. Für die Oberliga interessiert
sich doch kaum jemand. Das habe ich ja selbst lange genug gespürt,
als ich beim VfB Leipzig war." Um seinen Traum verwirklichen zu können,
wünscht er sich verletzungsfreie Jahre. Und "ein bisschen Glück".
Den Hallenkick nutzte Kanitz, "um abzuschalten und richtig Spaß zu
haben". Zudem biete eine solche Veranstaltung die Chance, alte Freunde
wiederzusehen. "Mit den meisten habe ich ein gutes Verhältnis. Nur
im Spiel geht es verbissen zu, da gönne ich nicht mal dem besten Kumpel
ein Tor", sagt er lachend.
Der FC Sachsen musste nach der Vorrunde die Segel streichen.
Trainer Wolfgang Frank war sauer. "Wir haben eigentlich passabel gespielt,
aber wir haben die Chancen nicht genutzt. Mit unserer Leistung standen
wir am Ende auch in Riesa dort, wo wir derzeit hingehören." Dabei
dachte der Leutzscher Coach sicher an Farat Toku, der beim 0:0 gegen den
späteren Turniersieger Chemnitz aus Nahdistanz eine Großchance
ausließ.
Die beste Leistung bot die Frank-Truppe beim 3:0 gegen
Plauen, für das Toku und Mathias Jack sorgten. Routinier Jack jubelte
besonders über seine beiden Treffer. "Ich spiele gern in der Halle,
noch dazu bei solch einer Kulisse. Da freut man sich über ein Tor
umso mehr."
Mit Krücken schaute der junge Leutzscher Stürmer
Sebastian Seifert in Riesa zu. Aber Trainer Frank gab Entwarnung. "Es ist
eine Fersenprellung, die sich Sebastian beim Hallentraining geholt hat.
Der Doktor hat das Bein erst mal ruhig gestellt. Eine reine Vorsichtsmaßnahme."
Bei Jena stürmte Andreas Schwesinger, der als Neuzugang
der Leutzscher gehandelt wurde. "Der Stürmer bleibt definitiv bei
uns", so Klub-Präsident Rainer Zipfel. "Ich hätte gern bei Sachsen
gespielt. Nun muss ich hier das Beste draus machen", ergänzte sein
frustrierter Angestellter Schwesinger.
Vogtland-Anzeiger, 20.12.04: Plauenern fehlt nach
kurzer Nacht die geistige Frische
Aus Sicht des VFC Plauen war das Hallenfußball-Turnier
um den ESAG-Super-Regio-Cup in Riesa – die inoffizielle NOFV-Meisterschaft
– ein totaler Reinfall.
Nach kurzer Nacht und dem dritten Platz in Zwickau (siehe
Seite 17) wirkten die Vogtländer schläfrig, als sie in ihrem
ersten Spiel gegen die Hallenfußballer des Chemnitzer FC ran mussten.
Hatte der VFC am Vorabend noch mit 5:2 gewonnen, so hieß es diesmal
3:4. Da auch die beiden anderen Partien gegen Sachsen Leipzig und die Amateure
von Hertha BSC verloren wurden, traf der vorzeitig abreisende Plauener
Mannschaftsbus pünktlich zur Weihnachtsfeier in der Heimat ein.
Die Auftaktpartie gegen Chemnitz hatte noch gar nicht
richtig begonnen, da lagen die Vogtländer schon 0:2 hinten. Karl und
Kanitz bestraften die Inaktivität der Plauener. Der VFC lief sich
die müden Beine frei und kam durch Popa und Dashi zum 2:2-Ausgleich.
Gegen den Endspurt des späteren Turniersiegers hatte das Team von
Tino Vogel aber nichts entgegenzusetzen. Kutzner und Göhlert sorgten
für klare Fronten. Ergebniskosmetik gelang noch dem Plauener Pietsch.
Auch im zweiten Spiel fehlte dem VFC die geistige Frische.
Sachsen Leipzig kam nach Treffern von Kittler und Jack (2) zu einem ungefährdeten
3:0-Sieg. Froh waren die Plauener, als die letzte Partie gegen die Hertha-Bubis
endlich zu Ende war. Die leichfüßigen Berliner kamen durch Ede,
Schrödter (2) und Krecidlo zu einem mühelosen 4:1-Erfolg. Das
Plauener Ehrentor gelang Reimann, der als spielender Torwart häufig
mit Brachialgewalt draufhielt, und nur selten den freien Mann sah.
Insgesamt durfte der Veranstalter aber mit dem ESAG-Super-Regio-Cup
zufrieden sein. Die Riesaer Erdgas-Arena war mit 5500 Zuschauern ordentlich
gefüllt. Zwischenzeitlich befürchtete Ausschreitungen verhinderte
die Polizei. Wirklich guten Hallenfußball boten vor allem Zweitligist
Dynamo Dresden und Regionalligist CFC. Dresden zog nach einem 3:2-Sieg
gegen Hertha ins Finale ein, Chemnitz gewann gegen Jena (5:2).
Den Finalkrimi meisterte der Regionalligist erfolgreicher,
als die Himmelblauen den Dresdnern mit ihren rund 3000 Fans die Show stahlen.
Nach Neunmeterschießen gewann Chemnitz 4:3. |
Sächsische Zeitung, 20.12.04: Balsam für
die Gescholtenen
Ausgerechnet die zuletzt in der Kritik stehenden Oliver
Herber und Marco Christ sind die Gewinner des Super-Regio-Cups.
Die Sprechchöre der Fans und die Auszeichnung zum
besten Torhüter des Turnieres waren Balsam auf die Wunden. „Natürlich
tut das gut“, gestand Oliver Herber. Während des Trainingslagers auf
dem Rabenberg in der Nähe von Aue hatte ihm Christoph Franke vergangene
Woche in einem Vier-Augen-Gespräch mitgeteilt, dass der auf einem
Abstiegsplatz überwinternte Zweitligist Dynamo Dresden den kroatischen
Schlussmann Dargo Horvat verpflichten wird. Den Stammplatz zwischen den
Pfosten, den der 23-jährige Herber nach dem freiwilligen Rücktritt
von Ignjac Kresic Ende September übernommen hatte, muss er in der
Rückrunde wohl abgeben. „Aber nicht freiwillig“, betonte der Blondschopf
und bekräftigte seine verbale Kampfansage an den Neuzugang mit spektakulären
Paraden am Sonnabend in Riesa.
Nur im Neunmeter-Schießen des Finales gegen den
Chemnitzer FC hatte Herber das Nachsehen. Was aber auch an den Dynamo-Schützen
Marco Christ, Christian Fröhlich und Christian Hauser lag, die allesamt
das Ziel verfehlten. Der Keeper hatte dennoch seinen Spaß. Nicht
nur die 3 000 gelb-schwarzen Anhänger in der gut gefüllten Erdgas-Arena
honorierten die Reflexe des Schlussmannes, auch Franke spendete Szenenapplaus.
„Offensichtlich hat ihn das Gespräch angestachelt“, lobte der Trainer,
der die Verpflichtung Horvats verteidigte. Er wollte das Risiko nicht eingehen,
dass Herbers Schwächephase länger andauerte, begründete
Franke und spielte auf den Lapsus bei der letzten Partie in Erfurt an,
als Herber den Ausgleich einleitete. „Mit dieser Szene beschäftige
ich mich nicht mehr“, versicherte der Gescholtene und blickte bereits auf
den Trainingsauftakt am 3. Januar. „Dann greife ich an.“
Dieses Motto verkündete auch Marco Christ, mit sechs
Treffern erfolgreichster Schütze des Super-Regio-Cups und ein Gewinner
beim ersten von drei Auftritten der Dresdner unterm Hallendach. In der
Hinrunde gehörte der im Sommer aus Feucht Gekommene zu den Verlierern.
„Ich weiß, dass ich mehr kämpfen muss. Am Fußballerischen
liegt es nicht“, analysierte Franke seine zwölf Einsätze, die
meist nicht 90 Minuten dauerten. „Vielleicht habe ich selbst zu hohe Ansprüche
gestellt und mich dadurch zu stark unter Druck gesetzt“, grübelt der
24-Jährige, der bei Dynamo als Trainingsweltmeister gilt.
In Duisburg in der Startelf
Auch im offensiven Mittelfeld sucht Dynamo nach einer
Verstärkung. Konkurrenz belebe das Geschäft, gibt sich Christ
gelassen, der aber weiß, dass „der Neuzugang die ersten vier bis
fünf Partien erst einmal spielen wird.“ Dennoch möchte der technisch
versierte Dribbler am 23. Januar beim Rückrunden-Start in Duisburg
in der Anfangself stehen. „Dafür werde ich in der Vorbereitung kämpfen.“
Über die Feiertage fährt er nach Nürnberg zu seiner schwangeren
Freundin Nicole, die am 2. Februar Nachwuchs erwartet.
Der bevorstehende Urlaub war das Hauptgesprächs-Thema
unter den Profis, das sportliche Abschneiden eher Nebensache. „Der Spaß
soll im Vordergrund stehen“, appellierte Franke und erhielt Unterstützung
von seinem Chemnitzer Kollegen Dirk Barsikow, der dem Turnier „keine große
Bedeutung beimisst.“ Obwohl sein CFC wie im Vorjahr den Pokal gewann –
diesmal durch einen 4:3-Erfolg im Neunmeter-Schießen gegen Dynamo
– und neben der Antrittsprämie von 5 000 Euro auch einen Siegerscheck
über 1 500 Euro kassierte. Zudem qualifizierten sich die Himmelblauen
für das Masters am 8. Januar – ebenfalls in Riesa. „Wir treten bereits
am 2., 3. und am 7. Januar in der Halle an. Da fällt dieser Termin
auch nicht mehr ins Gewicht“, erklärte Barsikow.
Die Dynamos waren beim Super-Regio-Cup noch nie so erfolgreich.
Von 2000 bis 2002 scheiterten sie jeweils in der Vorrunde, bei der letzten
Auflage gewann Dresden das kleine Finale. |