Kicker
Online vom 28.8.2000:
Der KSC spielte etliche
Torchancen heraus. Der stark spielende Aydin Cetin hatte gar drei Möglichkeiten.
Einmal zielte er zu hoch (4.), dann blockte Laudeley ab (11.) - doch in
der 15. Minute war das 1:0 fällig. Weis hatte einen herrlichen 40
Meter-Pass auf Heinzen gespielt, der ließ die Kugel tanzen, passte
auf Cetin - der hämmerte das Leder aus acht Metern ins Netz. Nach
einem Rus- Freistoß wuchtete Abwehrchef Waterink den Ball per Kopf
ins Tor. 2:0 (22.). Chemnitz wurde nie gefährlich. Zwei Weitschüsse
von Kujat gingen weit über das KSC- Gehäuse. Kurz nach Seitenwechsel
bekam die KSC-Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone und Skela traf
aus 18 Metern zum 2:1 (48.). Die Gäste jetzt aggressiver und torgefährlicher.
Krupnikovic traf die Latte.
Freie Presse vom 28.8.2000:
Franke
von Holetschek enttäuscht
DFB-Pokal: Chemnitzer
FC beim 1:2 in Karlsruhe mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten - Kampf
erst nach der Pause
Karlsruhe: Zwei völlig
unterschiedliche Halbzeiten prägten das Spiel des Chemnitzer FC am
Freitagabend im DFB-Pokal bei der 1:2 (0:2)-Niederlage beim Karlsruher
SC.
Die Gäste aus Sachsen wirkten vor den 6400 Zuschauern 45 Minuten viel
zu inaktiv und ängstlich. Der KSC beherrschte den Zweitligisten nach
Belieben und war durch Tore von Cetin und Waterink verdient mit 2:0 in
Führung gegangen.
Nach Wiederanpfiff (Franke:
"Ich habe meine Mannschaft in der Pause an der Ehre gepackt . . .") spielte
der Chemnitzer FC dann seine "Erfahrung und spielerische Klasse aus", so
KSC-Trainer Stefan Kuntz. Nebojsa Krupnikovic bekam das Spiel immer besser
in den Griff und bereitete mit einem Freistoß, den die KSC-Abwehr
nicht weit genug aus der Gefahrenzone brachte, den 2:1-Anschlusstreffer
durch Skela vor (48.). Der Schuss des albanischen Nationalspielers fand
aus etwa 18 Metern seinen Weg flach ins KSC-Tor. Den möglichen Ausgleich
verhinderte zehn Minuten später dessen Querbalken: ein Schlenzer des
CFC-Spielmachers tupfte zum Glück
Als die Gäste in der
Schlussphase des Spiels dann ihren Libero auflösten und in der Abwehr
Mann gegen Mann spielten, erhöhte sich einerseits der Druck auf das
KSC-Tor. Andererseits kamen Waterink (78.) und Rus (87.) zu guten Konterchancen.
Weil jedoch auch Dittgen erst an KSC-Keeper Walter scheiterte (90.) und
kurz darauf in der Nachspielzeit das Gehäuse der Gastgeber verfehlte,
fasste Stefan Kuntz zusammen: "Meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie mit
einem höherklassigen Gegner mithalten und ihn mit unserem tollen Publikum
im Rücken auch schlagen kann."
"In der zweiten Halbzeit
war ich dann zufrieden mit dem, was meine Mannschaft gezeigt hat. Sie hat
die Zweikämpfe angenommen, engagiert gespielt, den Anschlusstreffer
erzielt und hatte auch die Chance zum Ausgleich", erläuterte CFC-Trainer
nach dem Spiel. Ehrlich gab er zu, dass er in der Halbzeitpause sehr unzufrieden
gewesen ist und auch auch laut geworden sei.
Insgesamt aber bleibt für
den Chemnitzer FC ein bitterer Beigeschmack: Die Mannschaft ist aus dem
Pokal geflogen, weil sie 45 Minuten viel zu passiv war. Für Franke
bleibt noch viel zu tun. "Eigentlich müssten die Schwerpunkte in der
kommenden Woche im psychologischen Bereich liegen. Aber das ist mir alles
zu kompliziert. Das sind doch alles Profis. Da muss man auf dem Platz gegenhalten.
Die zweite Halbzeit hat doch gezeigt, dass es geht", resümierte der
Coach in Karlsruhe.
Die personelle Zusammensetzung
und die Aufgabenverteilung der Mannschaft in den zweiten 45 Minuten sei
für ihn ein positiver Ansatz. Andererseits meinte er aber auch: "Die
Vorstellung von Olaf Holetschek in der ersten Halbzeit war eine Enttäuschung,
an der ich zu knabbern habe, aber sie war auch nicht die einzige..." |
Kicker
Online vom 28.8.2000:
Von einer Pokalsensation
war Aue von Beginn an weit entfernt. Über das gesamte Spiel besaß
der Champions-League-Teilnehmer den durchdachteren Spielaufbau, dem die
Auer außer Kampf nichts entgegenzusetzen hatten. Der nicht zu bremsende
Ketelaer ersetzte Cardoso als Antreiber beinahe perfekt und markierte in
der 30. Minute nach schönem Solo über links das 1:0. Nach Mahdavikias
Treffer in der 53. Minute war die Partie gelaufen und die Gäste spulten
routiniert ihr Programm ab. Höhepunkt eines glanzlosen Pokalspiels
war Heinz' Volleyschuss aus 16 Metern zum 3:0.
Der Spitzenreiter der Regionalliga
Nord, bei dem das Stürmerduo Kirsten/Kunze durch Kirstens verletzungsbedingten
Ausfall gesprengt wurde, konnte aus seinen wenigen Chancen kein Kapital
schlagen. Ein HSV-Sieg war nie in Gefahr.
Freie Presse vom 28.8.2000:
Hamburger
im Schongang eine Runde weiter
Fußball: Champions-League-Teilnehmer
wirft FC Erzgebirge Aue mit 3:0 (1:0) aus dem DFB-Pokal - Gastgeber eine
halbe Stunde optisch überlegen
Aue: Fußball-Bundesligist
Hamburger SV erwies sich im DFB-Pokal für den FC Erzgebirge Aue gestern
als eine Nummer zu groß. Vor 13.500 Zuschauern bezwang der frisch
gebackene Champions-League-Teilnehmer den zwei Spielklassen tiefer angesiedelten
Gastgeber trotz Schongangs mit 3:0 (1:0). Damit musste nach dem Chemnitzer
FC am Freitagabend auch der zweite Vertreter aus der Region die Segel im
diesjährigen Pokalwettbewerb streichen.
Trainer Gerd Schädlich
war nach den Verletzungen von Udo Tautenhahn und Jörg Kirsten zu Umstellungen
in der Auer Mannschaft gezwungen. Auf dem Liberoposten agierte Holger Hasse,
dem man vor allem in der ersten Halbzeit Unsicherheiten anmerkte. Im Angriff
rackerte neben Maik Kunze der unermüdliche Marian Pagels. Zudem rückte
Matthias Heidrich als dritter Mann in die Abwehr. Im linken Mittelfeld
gab Schädlich Petr Grund den Vorzug. Auch Gästetrainer Frank
Pagelsdorf nahm gegenüber der Champions-League-Qualifikation einige
Veränderungen vor. Hollerbach, Yeboah und Präger saßen
zunächst nur auf der Bank. Cardoso trat die Reise ins Erzgebirge gar
nicht erst an.
Die Auer begannen engagiert
und wirkten in der ersten halben Stunde optisch überlegen. Am Strafraum
oder bei Standardsituationen waren die Veilchen allerdings mit ihrem Latein
meist am Ende. Klare Chancen besaßen nur die Gäste. In der 13.
Minute kam Hoogma nach einer Unsicherheit von Torhüter Maik Kischko
zum Kopfball, das Leder ging aber übers Tor. Zwei Minuten später
konnte sich der Auer Keeper auszeichnen, als er gegen Mahdavikia glänzend
parierte. Nac einer halben Stunde war Kischko allerdings chancenlos: Mahdavikia
dringt in den Auer Strafraum ein und passt zu Ketelaer. Der Neuzugang aus
Mönchengladbach lässt zwei Auer Abwehrspieler aussteigen und
vollendet aus sieben Metern zur Hamburger Führung.
Das 0:1 sorgte in den Reihen
der Gastgeber für Verunsicherung. In der 39. Minute gab es für
sie eine weitere Schrecksekunde: Torschütze Ketelaer dringt völlig
unbedrängt in den Auer Strafraum ein und flankt von rechts in die
Mitte. Marco Kurth versucht den Ball wegzuschlagen und donnert das runde
Leder ans Lattenkreuz des eigenen Gehäuses.
Die Auer Hoffnungen auf
eine Pokalsensation wurden zu Beginn der zweiten Spielhälfte zerstört.
In der 53. Minute marschiert Kovac auf der linken Seite auf und davon und
flankt in der Strafraummitte zu Mahdavikia, der sich in Gerd-Müller-Manier
um seinen Gegenspieler Müller dreht und ins lange Eck zum 2:0 einschiebt.
Der FCE steckte nicht auf und machte noch einmal Druck. In der 56. Minute
verpasste Sionko mit dem Kopf einen Freistoß von Tomoski. Fünf
Minuten später setzt sich Heidler auf der rechten Seite schön
durch, doch Pagels verfehlt seine Flanke denkbar knapp. Die letzten 20
Minuten setzte Schädlich sogar auf totale Offensive, brachte für
Libero Hasse Marcel Salomo. Doch Zähbares sprang nicht heraus. Im
Gegenteil. Der HSV erhöhte fünf Minuten vor dem Ende durch Heinz
auf 3:0.
FCE-Trainer Gerd Schädlich
schätzte nach dem Spiel realistisch ein, dass die Hamburger einfach
eine Nummer zu groß für Aue waren. Andererseits hatte sich der
Coach jedoch erhofft, dass seine Spieler in Tornähe noch etwas energischer
agieren. |