Leipziger Volkszeitung
vom 18.12.00: Zeitiges Aus für den Cup-Verteidiger
FC Sachsen enttäuscht
in Vorrunde beim Super-Regio-Cup / Aue gewinnt Final-"Krimi" gegen DSC
Riesa. Statt Pokalverteidigung
letzter Gruppenplatz die Kicker des FC Sachsen schieden bei der ostdeutschen
Hallenmeisterschaft am Sonnabend in Riesa nach drei Vorrunden-Niederlagen
aus. "Ich hatte meiner Mannschaft eigentlich eine ganze Menge zugetraut",
war Trainer Uwe Ferl enttäuscht von der Vorstellung seines Teams beim
Super-Regio-Cup.
Die Abwesenheit der meisten
Stammspieler konnten die drei Landesliga-Akteure Sven Baum, Thomas Risch
und Kevin Kittler nicht egalisieren. Hoffnungsträger Alex Dyndikow
setzte nur wenig Akzente und bei seinen Mannschaftskameraden wechselten
Licht und Schatten. Hagen Schmidt traf wenigstens zweimal, aber insgesamt
gab es nur drei Leutzscher Treffer zu bejubeln zu wenig in drei Spielen
á 15 Minuten.
Zum Auftakt gegen Dynamo
Dresden schien mehr drin als das 1:2. Sven Baum hatte das 1:0 für
die Leutzscher erzielt und auch der 1:1-Ausgleich für die von 1500
Fans frenetisch unterstützten Dynamos warf den FC Sachsen nicht aus
der Bahn. Bitter, dass Torhüter Marco Eckstein dann Sekunden vor dem
Abpfiff doch noch das 1:2 hinnehmen musste.
Unter Zugzwang stehend,
fanden die Grün-Weißen in den restlichen Begegnungen nie den
Spielfaden. Mit der zweiten Niederlage dem 1:3 gegen Babelsberg war das
vorzeitige Aus schon besiegelt. Im letzten Treffen gegen Aue hielten die
Schiemann § Co. bis zum 1:1 ganz gut mit, aber am Ende standen sie
angesichts des 1:2 erneut mit leeren Händen da.
Sachsen-Präsident Till
trug's mit Fassung: "Wichtiger ist das DFB-Turnier am 8. und 9. Januar,
für das wir kurzfristig eine Wildcard erhalten haben. Da sind wieder
alle an Bord wir werden uns ganz anders präsentieren." Als die überraschende
Januar-Einladung in Leutzsch eintraf, waren die Urlaubs-Koffer der meisten
Spieler schon gepackt. Deshalb fehlten sie am Sonnabend in Riesa bei der
Generalprobe.
Dass auch die Dresdner Dynamos
als Gruppen-Vorletzter auf der Strecke blieben, war nur ein schwacher Trost
für die Grün-Weißen und ihre über 200 mitgereisten
Anhänger. Aue mit drei und Babelsberg mit zwei Siegen erreichten ebenso
souverän das Halbfinale, wie in der anderen Staffel der Dresdner SC(9
Punkte) und Erfurt (6).
Die beiden Gruppensieger
setzten sich dann auch im Semifinale durch. Erfurt behielt um Rang drei
gegen Babelsberg mit 2:1 die Oberhand. Das Finale wurde nach dem 1:1 in
der regulären Spielzeit per "Krimi" entschieden. Die "Veilchen" bejubelten
danach ihren Cup-Gewinn, "der uns nach den jüngsten Punktspiel-Tiefs
bestimmt neuen Auftrieb geben wird", wie Aues Trainer Gerd Schädlich
hofft. |
Freie Presse vom 18.12.00:
"Veilchen"
beweisen Nervenstärke
Fußball: Erzgebirge
Aue gewinnt im Neun-Meter-Schießen gegen den Dresdner SC Super-Regio-Cup
in Riesa
Riesa. Die Revanche für
drei verlorene Punkte war immerhin 3000 Mark wert. Am Mittwoch unterlag
der FC Erzgebirge Aue dem Dresdner SC in der Regionalliga mit 1:2 auf eigenem
Platz. In fremder Halle bewiesen die "Veilchen" mehr Nervenstärke.
Sie gewannen das Finale des Super-Regio-Cups am Sonnabend in der Riesaer
Sachsen-Arena gegen die Elbestädter nach Neun-Meter-Schießen.
Damit strichen sie zu den 10.000 Mark Antrittsgeld auch noch die Siegerprämie
ein. "Nachdem es in den letzten Wochen nicht so optimal für uns lief,
gibt dieser Erfolg hoffentlich neues Selbstvertrauen", sagte Trainer Gerd
Schädlich.
Die Harmonie der Truppe
ist jedenfalls intakt. Die verletzten Spieler reisten nicht nur mit, sondern
feierten nach dem entscheidenden Treffer von Petr Grund ihre Kameraden
an der Bande wie Fans mit La-Ola-Wellen. Deshalb ist dem Coach für
die Regionalliga-Rückrunde nicht bange. "Wir haben uns heute nach
dem jüngsten Nackenschlag als Mannschaft präsentiert und guten
Fußball gespielt", resümierte der 47-Jährige zufrieden.
Dementsprechend optimistisch blickte Schädlich voraus: "Wir schaffen
den Klassenerhalt, und - sind wir doch mal ehrlich - das wäre für
die Kleinstadt Aue eine großartige Leistung. Schauen wir uns Dresden
an. Das ist eine Weltstadt, dagegen ist Aue Provinz", sagte er - und fügte
augenzwinkernd hinzu: "Aber sehr schöne Provinz."
Torwart Maik Kischko, der
neben den "Buden-Zauberern" Borislav Tomoski und Marian Pagels zu den besten
Auern gehörte, freute sich über den "ordentlichen Jahresabschluss".
Der Hallen-Kick sei "eine schöne Abwechslung". Aber was für den
34-Jährigen wirklich zählt, sind die Punktspiele. Kischko dürfte
wegen der Rotsperre von Dirk Böhme nach der Winterpause zunächst
erste Wahl sein. "Nach meiner Verletzung wollte der Trainer nicht umstellen,
also musste ich in den sauren Apfel beißen. Jetzt will ich meine
Chance nutzen", kündigte der frühere Bundesliga-Keeper an.
Die meiste Arbeit beim spannenden
und spielerisch gutklassigen Riesaer Turnier musste Kischko nicht einmal
im Endspiel verrichten. Die von der stärksten Fan-Fraktion unter den
4600 Zuschauern angetriebenen und sehr offensivfreudigen Dresdner Dynamos
heizten ihm in der Vorrunde mächtig ein. Mit Fortuna im Bunde gewannen
die Erzgebirger gegen die Gelb-Schwarzen mit 4:3 und zogen mit weißer
Weste ins Halbfinale. Dort hatten sie beim 3:0 gegen Erfurt wenig Mühe. |
Dresdner Neueste Nachrichten
vom 18.12.00: DSC erspielte sich Platz zwei
Knappe 5:6-Final-Niederlage
gegen Auer "Veilchen" / Ronald Schmidt top
Riesa. In einem hoch dramatischen
Finale verpasste der Dresdner SC beim Super Regio Cup vor 4600 Zuschauern
in der Sachsen-Arena nur knapp den Turniersieg. Erst im Neun-Meter-Schießen
unterlagen die Rot-Schwarzen im Regionalliga-Duell dem FCErzgebirge Aue
mit 5:6. Die "Veilchen" feierten damit eine gelungene Revanche für
die erst am letzten Mittwoch erlittene 1:2-Punktspiel-Niederlage. Nachdem
Boris Lucic vom Punkt aus an Aues Keeper Maik Kischko gescheitert war,
schoss Petr Grund die Auer zum Sieg.
Im Aufeinandertreffen der
beiden spielerisch stärksten Mannschaften hatte ausgerechnet Pechvogel
Lucic den DSC ins Neun-Meter-Schießen gerettet. Der Routinier, der
von Trainer Hans-Jürgen Kreische besonders genau unter die Lupe genommen
wurde ("Ich kenne ihn noch nicht so genau, will sehen, wie er sich präsentiert."),
staubte kurz vor Schluss mit letztem Einsatz einen Schuss von Youngster
Ronald Hamel ab und glich den frühen Führungstreffer von Ronny
Jank zum 1:1 aus. Wenig später aber versagten ihm die Nerven, während
Alexander Gleis, Sven Ratke, Ronald Schmidt und Nikica Maglica trafen.
Im Halbfinale hatten die
98er noch mehr Glück, besiegten Babelsberg mit 8:7 (3:3) nach Neun-Meter-Schießen.
Ronald Schmidt, mit fünf Toren (ohne Neun-Meter-Schießen) bester
Schütze des Turniers und später zum besten Spieler gewählt,
sorgte für den Finaleinzug. "Ich bin eigentlich schon immer ein Hallenspieler
gewesen. Mir liegt das", erklärte der Mann des Tages sein starkes
Auftrumpfen. Als er dafür neben einem Pokal auch eine "Sumo-Packung"
Riesaer Nudeln in Empfang nahm, war das Abendessen abgeklärt: "Ich
denke, wir brauchen jetzt nicht mehr essen zu gehen, wir kochen gleich
selbst", scherzte Schmidt. Schon in der Vorrunde hatte Schmidt erheblichen
Anteil am verlustpunktfreien Durchmarsch der 98er. Riesa, TeBe (mit Ex-Nordlicht
Martin Hauswald, der einmal traf) und Erfurt hatten keine Chance. Und dass,
obwohl man fast ohne Unterstützung von den Rängen auskommen musste.
Auch das Pfeifkonzert und teils üble Schmäh-Gesänge der
rund 1500 Dynamo-Fans, die vor allem Kapitän Hoßmang galten,
ließen die von Co-Trainer Karsten Petersohn gut eingestellte Truppe
kalt. Hoßmang markierte drei Treffer, scheiterte nur einmal vom Punkt
gegen Babelsberg, doch Ersatzkeeper Roger Schöne verhinderte gegen
Almedin Civa den vorzeitigen Knockout.
Auf den Rängen und
nach dem Turnier verhandelten DSC-Präsident Thomas Dathe und Sachsen-Manager
Gerd Achterberg über die Ablösemodalitäten im Fall Sven
Ratke. Dathe gestern: "Es gibt noch nichts Neues. Wir liegen noch weit
auseinander. Eine Entscheidung fällt bis Weihnachten."
Aue bleibt weiter der
"Angstgegner"
Frühes Aus für
Dynamo
Riesa. Wenn die Dynamos
einmarschierten, dann hätte man meinen können, ein Bundesligist
betritt die Halle. Angetrieben von den Rängen schossen Frank Paulus
und Klaus Dietrich Dynamo im ersten Vorrunden-Spiel zu einem verdienten,
wenn auch glücklichen 2:1-Erfolg. Dietrichs Siegtreffer fiel dabei
erst in der letzten Sekunde. Auch wenn die von Co-Trainer Damian Halata
dirigierte gegen Aue und Babelsberg ebenfalls nicht schlecht aussah, blieben
die Schwarz-Gelben in der Vorrunde hängen. Aue erwies sich einmal
mehr als der "Angstgegner", Borislav Tomoski markierte das entscheidende
4:3. Zweimal hatte Dynamo durch Dietrich und Klemm geführt, doch die
Schädlich-Kicker schlugen zurück und gingen durch Salomo, Pagels
und Hasse selbst in Führung, die Vladislav Kosharnyi noch einmal ausgleichen
konnte. Gegen Babelsberg half alles Anrennen nichts, mit dem 0:2 war man
draußen. Einer war trotzdem ganz gut drauf: Maik Wagefeld. Nicht
nur, weil er oft als spielender Torwart Rüdiger Huster ablöste.
Der gebürtige Riesaer spielte stark und machte seine dürftige
Leistung vom Punktspiel im Grube-Stadion, als er unbeherrscht vom Platz
flog, vergessen. "Ich wurde sehr beschimpft. Da ist es klar, dass man sich
viel vornimmt. Ich kann aus Fehlern lernen", erklärte Wagefeld seinen
guten Auftritt, für den ihn auch Cor Pot lobte. Der hatte auch noch
eines für einen Rot-Schwarzen übrig: "Einen Ronald Schmidt könnte
ich gut gebrauchen." |
Sächsische Zeitung
vom 18.12.00: Aue feiert kleine Revanche
DSC-Kapitän: Turnier
ist Öffentlichkeitsarbeit / Riesa und Dynamo scheiden nach der Vorrunde
aus
Drei Regionalliga-Punkte
wären ihm lieber gewesen. Aber die kleine Revanche unterm Hallendach
für das 1:2 gegen den DSC am Mittwoch stimmte Gerd Schädlich
versöhnlich. "Wir haben uns heute als Mannschaft präsentiert
und guten Fußball gespielt", lobte Aues Trainer. In der "Lotterie
Neun-Meter-Schießen" behielten seine Schützlinge die Nerven,
während Boris Lucic am früheren Leipziger Bundesliga-Keeper Maik
Kischko scheiterte. "Nachdem es in den letzten Wochen nicht so optimal
für uns lief, müsste uns dieser Erfolg neues Selbstvertrauen
geben", hofft Schädlich.
Genauso positiv fällt
die Bilanz des Dresdner SC aus. "Wir wollen uns ein bisschen einspielen
für den DFB-Hallenpokal am 8. und 9. Januar in Riesa", verkündete
Coach Hans-Jürgen Kreische. Und seine Schützlinge sprühten
vor Spielwitz, obwohl ihnen von den Rängen die oft unsachliche Stimmgewalt
der Dynamo-Fans entgegenschlug. "So etwas stachelt uns erst recht an",
verriet Thomas Hoßmang. Das Rezept für den Hallen-Kick sei ganz
einfach. "Diszipliniert spielen, einer für den anderen da sein." So
gelangen dem DSC sehenswerte Kombinationen und attraktive Tore. "Wir haben
heute viel an guter Öffentlichkeitsarbeit für den Verein getan",
resümierte der Kapitän zufrieden. Für die Feiertage verordnet
sich Hoßmang ein privates Trainingsprogramm: Joggen, Squash spielen,
im Kraftraum Gewichte stemmen - und viel schlafen. "Je älter man wird,
desto mehr Probleme bekommt man, wenn man schlampert", ist sich der 34-Jährige
im Klaren. Sein Ehrgeiz treibt ihn, und er treibt die Mannschaft. Vielleicht
auch in drei Wochen, wenn der DSC beim DFB-Hallenpokal in Riesa antritt.
"Die Gegner sind zwar von ganz anderem Kaliber, aber vielleicht gelingt
uns die eine oder andere Überraschung."
Die blieb den Oberligisten
FC Stahl Riesa und 1. FC Dynamo Dresden beim Super-Regio-Cup versagt. "Wir
fanden leider erst im letzten Spiel zu der nötigen Kompaktheit", kritisierte
Stahl-Coach Horst Rau. Immerhin sprang ein 3:1-Sieg gegen Tennis Borussia
Berlin heraus. "Ein versöhnlicher Abschluss vor unserer Weihnachtsfeier",
freute sich Kapitän Uwe Hecht. Und der doppelte Torschütze Marcus
Hausmann gestand ein: "Nach der schweren Hinrunde sind wir ziemlich ausgelaugt,
und in den spielerischen Mitteln sind uns die höherklassigen Teams
doch überlegen." Dynamo setzte Kampfkraft und Offensivfreude dagegen.
"Couragiert und attraktiv", fasste Trainer Cor Pot die Leistung der Gelb-Schwarzen
zusammen.
Dabei avancierte Klaus Dietrich
nicht nur zu einem der besten Spieler des Turniers, sondern auch zum Torjäger.
Gegen Sachsen Leipzig erzielte der Österreicher fünf Sekunden
vor Schluss den Siegtreffer. "Gegen Aue versagte uns der Schiedsrichter
einen klaren Strafstoß", ärgerte sich Dietrich, denn: "Wenn
ich antrete, möchte ich gewinnen." Er wäre gern zwei Tage eher
in den Urlaub zu seinen Töchtern Lisa (4 Jahre) und Denise (2) nach
Wien gedüst. "Das hatte uns der Trainer für das Erreichen des
Halbfinales versprochen, nun werden wir wohl noch bis Mittwoch ran müssen."
Es sei denn, Pot lässt sich noch erweichenþ Immerhin fand Branislaw
Bulatovic: "Dynamo hat hier den besten Fußball gespielt." Darüber
ließe sich streiten. Aber angefeuert von der stärksten Fan-Fraktion
unter den 4 600 Zuschauern in der Riesaer Sachsen-Arena sorgten die Gelb-Schwarzen
in allen drei Vorrundenspielen für Hochspannung, holten gegen den
späteren Turniersieger Aue sogar einen 1:3-Rückstand auf, mussten
sich dann aber doch knapp geschlagen geben. |